Notizen vom Besuch bei Monets monumentalen Seerosen im Musee del'Orangerie
Die Übergänge verschwimmen:
Von links nach rechts, von Bild zu Bild wechselt das Licht, die Farben, die Helligkeit mit den Tageszeiten und Jahreszeiten.
Von oben bis unten übereinander und nebeneinander schwimmen ineinander:
Überall die Wasseroberfläche.
Darauf die Reflexionen der Bäume, die am Ufer stehen und ihre Zweige manchmal bis ins Wasser hängen lassen, so dass man kaum erkennt wo der Ast noch über dem Wasser hängt und wo er sich schon darin spiegelt.
Darüber die Seerosen, manchmal versteckt und vermischt mit den Lichtreflexen auf der gekräuselten Wasserfläche, manchmal als kräftig bunte, helle Lichtpunkte auf einer nachtdunklen Unterlage.
Darüber hier und da die echten Zweige, die zwischen dem Betrachter und dem Wasser hinabhängen.
Davor hier und da massive Baumstämme, die einzigen undurchsichtigen Flächen im gesamten Werk. Darüber unsichtbar außerhalb des Bilderrahmens nach oben Richtung Himmel die dunklen Baumkronen, deren Spiegelung die Ränder des Sees abdunkelt in den Schatten.
Und über allem die sonnenbeschienenen Wolken, von denen das Sonnenlicht reflektiert den See erhellt und die Wasseroberfläche in ein zartes lila färbt, das ständig changiert und Farbton und Helligkeit wechselt.
Wo beginnt das Wasser, der Zweig, der Himmel, das Ufer? Die Übergänge verschwinden wie im flüchtigen Blick des Betrachters, der Farben, Flirren der Spiegelungen und die Bewegung der Wellen, der Seerosenblätter und -blüten im Vorbeigehen halb wahrnimmt ohne die Details aufzufassen und Einzelheiten festzulegen.
Impressionismus halt, in groß, in frühlingsmorgendlichem pastell-lila und in ganz, ganz leise.


















